LEADER 09024nam 2200373z- 450 001 9910476875203321 005 20210210 035 $a(CKB)5470000000567190 035 $a(oapen)https://directory.doabooks.org/handle/20.500.12854/33144 035 $a(oapen)doab33144 035 $a(EXLCZ)995470000000567190 100 $a20202102d2018 |y 0 101 0 $ager 135 $aurmn|---annan 181 $ctxt$2rdacontent 182 $cc$2rdamedia 183 $acr$2rdacarrier 200 00$aReligion in Vindonissa - Kultorte und Kulte im und um das Legionslager 210 $aBrugg$cGesellschaft Pro Vindonissa$d2018 215 $a1 online resource 225 1 $aVeröffentlichungen der Gesellschaft pro Vindonissa 311 08$a3906897295 330 $aEin Legionslager als Ausgangspunkt fu?r eine Untersuchung zu Kultorten und Kulten Dank des sehr guten Forschungs- und Kenntnisstands bietet sich Vindonissa, das einzige kaiserzeitliche Legionslager im Gebiet der heutigen Schweiz, auch an fu?r die Erforschung von Fragestellungen, die sich etwas ausserhalb der Kernthemen der ro?mischen Milita?rarcha?ologie bewegen. Diese Arbeit untersucht das religio?se Leben von Vindonissa - sowohl der milita?rischen als auch der zivilen Siedlungsteile - vom 1. Jh. v. Chr. bis zum Ende des 3. Jh. n. Chr. Hauptziel ist es, das durch Kulthandlungen fassbare religio?se Leben von Vindonissa (Legionslager und Zivilsiedlung) im Kontext der historischen Entwicklung der Fundstelle vorzulegen und zu interpretieren. Im Vordergrund steht dabei die chronologische Entwicklung der Kultorte und Kulthandlungen mit besonderer Beru?cksichtigung der U?bergangszeiten bei der Ankunft und beim Abzug der Legionen. Die Sakral- und Kultbauten von Vindonissa In Vindonissa bilden die principia mit der aedes den zentralen Kultort fu?r die milita?rische Gemeinschaft. Dies wird durch die Untersuchung zu deren Baugeschichte deutlich. Ab der Mitte des 1. Jh. n. Chr. finden bei den principia eine architektonische Entwicklung und ein Monumentalisierungsprozess statt, die auch in anderen Legionslagern zu beobachten sind. Die Kulthandlungen spielten sich in der Basilika oder im Hof der principia ab. Spa?testens ab der zweiten Ha?lfte des 1. Jh. ist ein kleiner Antentempel an der Kreuzung der wichtigen Lagerstrassen belegt. Hiermit entsteht eine fu?r die Milita?rarchitektur singula?re Situation, die zu einer Abweichung in der Sakraltopografie von Vindonissa im Vergleich zu anderen Legionslagern fu?hrt. Extra muros kann die Errichtung der beiden galloro?mischen Sakralbauten (Umgangstempel) an der westlichen beziehungsweise su?dlichen Ausfallstrasse in die Zeit nach dem Abzug der 11. Legion datiert werden (2. Jh. n. Chr.). Weitere Manifestationen und Orte der rituellen Kommunikation Fu?r die Identifikation der Kulthandlungen, deren U?berreste nicht im Bereich der kanonischen Architektur deponiert wurden, wurden Fundkategorien der gesamten Fundstelle herangezogen, die nicht oder nicht nur aus Sakral- oder Kultbauten stammen, dennoch in Kultpraktiken Verwendung fanden (Kap. IV). Die Analyse dieser Kategorien und ihre Verteilung innerhalb der Fundstelle ko?nnen folglich Hinweise zu weiteren Orten der rituellen Kommunikation liefern. Drei gro?ssere Gruppen bilden hierbei die analytischen Kategorien: Erstens gross- und kleinplastische Erzeugnisse (die AdressatInnen), zweitens Kultinstrumente und Kultgefa?sse und drittens die Ergebnisse der rituellen Kommunikation (inschriftlich festgehaltene Weihungen und rituelle Deponierungen). Das Spektrum der grossplastischen Steindenkma?ler ist in Vindonissa auffallend klein. Metallstatuetten sind nur intra muros; Terrakotten sind intra und extra muros belegt. Unter den Metallstatuetten dominiert Merkur, bei den Terrakotten Venus. Bei den Kultinstrumenten und bei den Kultgefa?ssen ist vor allem die chronologische Entwicklung der Ra?ucherkelche und Schlangengefa?sse hervorzuheben. In Vindonissa sind Ra?ucherkelche schon zur Zeit der 13. Legion zu registrieren. Schlangengefa?sse sind hingegen rarer und erst ab der 2. Ha?lfte des 1. Jh. n. Chr. zu fassen. Mit u?ber 80 % sind Ra?ucherkelche der in Vindonissa am ha?ufigsten fassbare Typ von Kultgefa?ssen. Die inschriftlich festgehaltenen Weihungen erreichen ihren Ho?hepunkt in der zweiten Ha?lfte des 1. Jh. n. Chr., wobei die Mehrheit der Weihungen Angeho?rigen des Milita?rs zuzuschreiben ist. Die 11. Legion ist hierbei die am ha?ufigsten vertretene Gruppierung. Im Allgemeinen scheint das Medium der Weihealta?re beim Milita?r beliebt zu sein. Dank neueren Grabungsergebnissen ist es fu?r Vindonissa auch mo?glich, die Pra?senz von rituellen Deponierungen zu diskutieren. Im Bereich der Kontubernien befand sich eine Grube mit zwei Glo?ckchen und einem silbernen Miniaturtorques direkt unter den Fundamenten der 21. Legion; die Grube kann somit als Bauopfer gedeutet werden.Im Corpus der epigraphisch und ikonographisch fassbaren Gottheiten dominiert Mars (bei den Inschriften), Merkur (bei den Metallstatuetten) und Venus (bei den Terrakotten). Die Beliebtheit von Mars kann mit der Verbindung zum Milita?r erkla?rt werden. Das Spektrum der in Vindonissa vertretenen Gottheiten gestaltet sich im Vergleich zu anderen Fundstellen ziemlich eng. Mo?glicherweise waren im 1. Jh. n. Chr. (als Vindonissa die gro?sste Ausdehnung erreichte) noch nicht alle Gottheiten im ikonographischen und im epigraphischen Repertoire vertreten. Generell sind die Verbreitungskarten der Statuen/Statuetten, Kultinstrumente/Kultgefa?sse und Inschriften vorsichtig zu interpretieren. Abbrucharbeiten und Umlagerungsprozesse (etwa durch die Legionen selber oder in der «Nachlagerzeit») du?rften die Verteilungen massgeblich beeinflusst haben. Areale mit Konzentrationen jener Kategorien werden somit einer befundkritischen Analyse unterzogen, um ihre Deutung als Kultort zu pru?fen (Kap. V). Im Nordosten des Legionslagers deuten die Befunde und Funde (u.a. kleinteilig zerschlagene Inschriften) weniger auf einen Sakral- oder Kultbau hin als auf den planma?ssigen Abbruch eines solchen Geba?udes. Extra muros, im o?stlichen Teil der Zivilsiedlung sind ebenfalls nachlagerzeitliche Eingriffe in der Sakraltopografie zu beobachten: Zwei Inschriften wurden in einem kleinen Raum in der Zivilsiedlung Ost neu aufgestellt. An zwei topografisch prominenten Stellen wird zudem die Pra?senz von weiteren Kultorten postuliert. Der Fund eines Architekturfragments an einer Erho?hung ca. 600 m su?dlich des Legionslagers macht die Pra?senz eines Sakralbaus plausibel. Diskutiert wird des Weiteren auch die Frequentierung von weiteren Orten der rituellen Kommunikation intra muros (valetudinarium, Thermen, scholae) und extra muros (Amphitheater, Campus). Mit der Konstruktion des Amphitheaters in der ersten Ha?lfte des 1. Jh. n. Chr. wird ein Ort fu?r gro?ssere Zuschauermengen geschaffen, wo unter anderem auch Kulthandlungen fu?r das Kaiserhaus inszeniert wurden. Vindonissa im Kontext der Entwicklung der Kultpraktiken in und um Milita?ranlagen Die in Vindonissa fassbaren Kultorte und Kulte ko?nnen mit den Entwicklungstendenzen der an anderen Milita?rpla?tzen praktizierten Religionen verglichen werden. Bereits in den Legionslagern der spa?ten Republik und der augusteischen Zeit lassen sich Kulthandlungen u?ber die Architektur und u?ber das Fundmaterial fassen. Mit dem Aufkommen der dauerhaft angelegten Standlager im Verlaufe des 1. Jh. n. Chr. kommt die Praxis auf, inschriftlich festgehaltene Weihungen zu setzen. Dies wird in den folgenden zwei Jahrhunderten zu einer zunehmend ha?ufig zu beobachtenden Kulthandlung. Gleichzeitig kann an mehreren Standorten ein "Monumentalisierungsprozess" an den repra?sentativen Innenbauten - vor allem an den principia und Fahnenheilgtum/aedes - beobachtet werden. Die in anderen Milita?rstandorten u?bliche Praxis, Kaiserstatuen in den principia aufzustellen, ist in Vindonissa jedoch noch nicht belegt. Ausser dem Fahnenheiligtum/aedes ist keine standardisierte, reichsweite Sakralarchitektur in Milita?ranlagen zu verzeichnen. Bislang einzigartig bleibt somit die Pra?senz des Sakralbaus im Lagerzentrum von Vindonissa, welcher in die Lagertopographie integriert wird. Ab dem 2. Jh. n. Chr. manifestieren sich lokale Kulte in Form der galloro?mischen Sakralbauten im Bereich der Zivilsiedlungen. Auch wenn Vindonissa nach Abzug der 11. Legion nicht zu einem regionalen Zentrum wird, zeigt die Entwicklung der Kultorte, dass der Siedlung in dieser Periode noch immer eine gewisse Bedeutung beizumessen ist. 606 $aSwitzerland$2bicssc 610 $aRo?mische Archa?ologie 610 $aRo?mische Religion 610 $aRo?misches Milita?r 610 $aVindonissa 615 7$aSwitzerland 700 $aLawrence$b Andrew$4auth$050317 906 $aBOOK 912 $a9910476875203321 996 $aReligion in Vindonissa ? Kultorte und Kulte im und um das Legionslager$93038017 997 $aUNINA