1.

Record Nr.

UNINA9911002989303321

Autore

Jany Oliver

Titolo

Legitimationsdefizite Im Europäischen Kartellermittlungsverfahren : Eine Rechtsvergleichende Untersuchung der Legitimation des Anwendungsumfangs Strafrechtlicher Verfahrensrechte Im EU-Kartellermittlungsverfahren Unter Besonderer Berücksichtigung des Nemo Tenetur-Grundsatzes

Pubbl/distr/stampa

Berlin : , : Duncker & Humblot, , 2025

©2025

ISBN

3-428-59348-0

Edizione

[1st ed.]

Descrizione fisica

1 online resource (739 pages)

Soggetti

LAW / Antitrust

LAW / Comparative

LAW / Criminal Law / General

Lingua di pubblicazione

Tedesco

Formato

Materiale a stampa

Livello bibliografico

Monografia

Nota di contenuto

Intro -- Widmung -- Vorwort -- Inhaltsverzeichnis -- Einleitung -- A. Einführung in die Problematik -- I. Faktische Pönalisierung des europäischen Wettbewerbsrechts -- II. Rechtsstaatlich legitimatorische Kritik -- III. Faktischer modus operandi des reduzierten Anwendungsumfangs strafrechtlicher Verfahrensgarantien und -rechte -- IV. Legitimatorische Rechtfertigung der Europäischen Kommission -- V. Résumé -- B. Notwendigkeit dogmatischer Lösungsansätze -- I. Verfahrensrechtliche Notwendigkeit -- II. Kompetenzrechtliche Notwendigkeit -- III. Faktische Notwendigkeit -- IV. Zwischenergebnis -- C. Untersuchungsfrage und -ziele -- D. Untersuchungsgang und -methodologie -- I. Legitimationszustand des Kartellermittlungsverfahrens - de lege lata -- II. Legitimität der Verfahrensrechtereduktion aufgrund der Rechtsnatur der Kartellbuße und des Kartellverfahrens -- III. Legitimität der Verfahrensrechtereduktion aufgrund der Unternehmereigenschaft der Sanktionsadressaten -- IV. Maßstab zur Überprüfung eines hinreichenden verfahrensrechtlichen Legitimationszustands -- 1. Bisherige Legitimationsmaßstäbe -- 2. Bedenken -- 3. Entwicklung



eines neuen legitimatorischen Prüfungsmaßstabs -- a) Unzulässige Ableitung von den nationalen Rechtsordnungen -- b) Ableitung aus den gemeinsamen Verfassungsüberlieferungen der Mitgliedstaaten -- c) Ableitung aus den Unternehmensstraf- und Verbandssanktionsverfahren -- 4. Fazit -- V. Ergebnis -- 1. Teil: Schutzzweck, Eingriffs- und Legitimationszustand des europäischen Wettbewerbsrechts - de lege lata -- 1. Kapitel: Der Schutzzweck und das Eingriffsniveau des europäischen Wettbewerbsrechts --  1 Die Schutzzwecke des europäischen Wettbewerbsrechts -- A. Das europäische Wettbewerbsrecht als Teil der Wirtschaftsverfassung und als Rechtsgüterschutz -- I. Das Wettbewerbsrecht als Teil der Wirtschaftsverfassung.

II. Das Wettbewerbsrecht als Rechtsgüterschutz -- 1. Definition des Wettbewerbs -- 2. Funktionen des Wettbewerbs -- a) Wirtschaftliche Funktion -- b) Gesellschaftspolitische Funktion -- c) Integrations- und Entwicklungsfunktion -- d) Zwischenergebnis -- 3. Resümee -- III. Ergebnis -- B. Zuwiderhandlungen als Eingriffe in den Schutzzweck des Wettbewerbs -- I. Zu untersuchende Arten von Zuwiderhandlungen -- II. Begriff der horizontalen „hard-core"-Zuwiderhandlungen -- III. Auswirkungen horizontaler „hard-core"-Zuwiderhandlungen -- 1. Volkswirtschaftliche Schäden von Kartellen -- 2. Unternehmerische Vorteile von Kartellen -- a) Kartellpreisgewinne -- b) Geringe Aufdeckungswahrscheinlichkeit -- c) Schlussfolgerung -- 3. Zwischenergebnis -- IV. Résumé -- C. Ergebnis --  2 Das Eingriffsniveau des europäischen Wettbewerbsrechts -- A. Die unionsrechtliche Kartellbuße -- I. Die Sanktionierungs- und Steuerungsfunktion -- 1. Die Kartellbuße als Sanktionsvorschrift -- 2. Die Kartellbuße als merkantiles Steuerungsinstrument -- 3. Zwischenergebnis -- II. Die Sanktionszwecke der Kartellbuße -- III. Die Bemessung der Kartellbuße -- 1. Berechnungsmethode -- 2. Rechtsstaatliche Bedenken -- a) Kritik der Literatur an der Bestimmtheit -- b) Hinreichende Bestimmtheit für die Unionsgerichte -- c) Stellungnahme -- 3. Zwischenergebnis -- IV. Ergebnis -- B. Das europäische Kartellverfahren -- I. Struktur des europäischen Kartellverfahrens -- 1. Das Voruntersuchungsverfahren -- a) Anlass für ein Tätigwerden der Kommission -- b) Das investigative Voruntersuchungsverfahren -- c) Entscheidung über die formelle Verfahrenseinleitung -- 2. Das kontradiktorische Verfahren -- 3. Die Entscheidung der Kommission -- 4. Zwischenergebnis, Kritik und Stellungnahme -- II. Die Ermittlungsbefugnisse -- 1. Allgemeine Anordnungsvoraussetzungen.

2. Untersuchung einzelner Wirtschaftszweige, Art. 17 VO 1/2003 -- 3. Auskunftsverlangen, Art. 18 VO 1/2003 -- a) Einfache und förmliche Auskunftsverlangen -- b) Anordnungsvoraussetzungen -- aa) Formelle Voraussetzungen -- bb) Materielle Voraussetzungen -- c) Rechtsfolge -- d) Rechtsschutz -- e) Zwischenergebnis -- 4. Befragung, Art. 19 VO 1/2003 -- a) Telos der Befragung -- b) Anordnungsvoraussetzungen -- aa) Anfangsverdacht -- bb) Zustimmungserfordernis -- c) Praktischer Anwendungsbereich -- d) Verfahren -- e) Zwischenergebnis -- 5. Nachprüfungen, Art. 20 und Art. 21 VO 1/2003 -- a) Struktur und Telos der Nachprüfungen -- b) Verfahren -- c) Anordnungsvoraussetzungen -- d) Rechtsfolge -- e) Rechtsschutz -- 6. Zwischenergebnis -- III. Fazit -- C. Zwischenergebnis --  3 Ergebnis -- 2. Kapitel: Der Legitimationszustand des europäischen Wettbewerbsrechts --  1 Rechtsstaatliche Notwendigkeit und Begriffsdefinition der „Legitimation" und „Legitimität" -- A. Notwendigkeit rechtsstaatlicher Legitimität -- B. Begriff der Legitimität und Legitimation -- C. Legitimationsgenese -- D. Zwischenergebnis --  



2 Der Legitimationszustand abwehrrechtlicher Verteidigungsrechte im europäischen Kartellermittlungsverfahren de lege lata -- A. Die Anwendbarkeit verwaltungs- und strafrechtlicher Verfahrensgrundsätze und -rechte -- B. Der Anwendungsumfang strafrechtlicher Verfahrensgarantien und -rechte -- C. Rechtsstaatliche Legitimationskritik und -rechtfertigungen -- 3. Kapitel: Gesamtergebnis des ersten Teils -- 2. Teil: Dogmatische Legitimationskontrolle der Geltungsreduktion strafrechtlicher Verfahrensrechte im unionsrechtlichen Kartellermittlungsverfahren aufgrund der Rechtsnatur -- 1. Kapitel: Die Rechtsnatur des unionsrechtlichen Kartellermittlungsverfahrens --  1 Die dogmatische Funktion und Herleitung der Rechtsnatur -- A. Begriff und Funktion der Rechtsnatur.

B. Anknüpfung an die Kartellbuße -- C. Die Rechtsnatur der europäischen Kartellbuße --  2 Fazit -- 2. Kapitel: Die Anwendbarkeit strafrechtlicher Verfahrensrechte  im europäischen Kartellermittlungsverfahren -  aufgrund der Rechtsnatur --  1 Die umstrittene verwaltungsrechtliche oder  strafrechtliche Rechtsnatur der Kartellbuße und  des Kartellverfahrens -- A. Die Ansicht der Unionsgerichte, Literatur und Generalanwälte - strafrechtliche Rechtsnatur -- B. Die Ansicht des älteren Schrifttums - verwaltungsrechtliche Rechtsnatur (sog. sanction administrative) -- C. Kritik an der verwaltungsrechtlichen Rechtsnatur -- D. Zwischenergebnis --  2 Dogmatische Legitimationskontrolle  der verwaltungsrechtlichen oder strafrechtlichen Rechtsnatur  des europäischen Kartellermittlungsverfahrens -- A. Die persönlichen, sachlichen und zeitlichen Anwendungsvoraussetzungen des Art. 6 EMRK -- I. Die persönlichen Anwendungsvoraussetzungen  des Art. 6 EMRK - „Jedermann" -- II. Die sachlichen und zeitlichen Anwendungsvoraussetzungen  des Art. 6 EMRK -- 1. Das Merkmal „strafrechtlich" -- a) Formelle Determinierung der Rechtsnatur einer Norm -- b) Die Natur des Vergehens -- aa) Der generalpräventive Charakter der Kartellsanktion -- bb) Der repressiv punitive Charakter der Kartellsanktion -- cc) Weitere indizielle Kriterien -- dd) Zwischenergebnis -- c) Art und Schwere der Sanktion -- aa) Keine Ableitung allein aus der Art der Sanktion -- bb) Schwere der Kartellsanktion -- d) Zwischenergebnis -- 2. Das Merkmal der „Anklage" -- a) Vorgaben des EGMR an eine formelle Anklage -- b) Vorgaben des EGMR an eine materielle Anklage -- c)  Kartellrechtliche Ermittlungsbefugnisse im Voruntersuchungsverfahren als formelle oder materielle Anklage i. S. d. Art. 6 EMRK -- aa) Das Auskunftsverlangen nach Art. 18 VO 1/2003 -- bb) Die Befragung nach Art. 19 VO 1/2003.

cc) Die Nachprüfung nach Art. 20 VO 1/2003 -- d) Zwischenergebnis -- 3. Zwischenergebnis und Stellungnahme -- III. Fazit -- B. Die persönlichen und sachlichen Anwendungsvoraussetzungen  der Europäischen Grundrechtecharta -- I. Anwendungsvoraussetzungen des Art. 41 GRCh  im europäischen Kartellermittlungsverfahren -- 1. Persönliche Anwendbarkeit -- 2. Sachliche Anwendbarkeit -- II. Anwendungsvoraussetzungen des Art. 47 GRCh  im europäischen Kartellermittlungsverfahren -- 1. Persönliche Anwendbarkeit -- 2. Sachliche Anwendbarkeit -- a) Subjektive Rechtspositionen im Kartellvorermittlungsverfahren -- b) Behauptung subjektiver Rechtsverletzung durch Kartellermittlungen -- c) Anwendungsvoraussetzungen der Abs. 2 und 3 -- d) Fazit -- III. Anwendungsvoraussetzungen des Art. 48 GRCh  im europäischen Kartellermittlungsverfahren -- IV. Anwendungsvoraussetzungen des Art. 49 GRCh  im europäischen Kartellermittlungsverfahren -- V. Zwischenergebnis -- C. Ergebnis --  3 Gesamtergebnis -- 3. Kapitel:



Der reduzierte Anwendungsumfang  strafrechtlicher Verfahrensrechte im europäischen Kartellermittlungsverfahren - aufgrund der Rechtsnatur --  1 Die Fragmentierung der strafrechtlichen Rechtsnatur  durch die Jussila-Entscheidung des EGMR -- A. Die Jussila-Entscheidung des EGMR -- B. Legitimatorische Kritik der Fragmentierung -- C. Stellungnahme --  2 Die umstrittene strafrechtliche Rechtsnatur  der Kartellbuße und des Kartellverfahrens -- A. Die Ansicht der Unionsgerichte und Literatur -  die Kartellbuße als Strafrecht im weiteren Sinne -- B. Die Ansicht des älteren Schrifttums und von Unternehmen -  die Kartellbuße als Strafrecht im engeren Sinne -- C. Die vermittelnde Ansicht des Schrifttums -  die Kartellbuße als Sanktion sui generis -- I. Rechtspragmatischer Lösungsansatz -- II. Stellungnahme -- D. Zwischenergebnis.

3 Die Notwendigkeit einer präzisen Einordnung  der strafrechtlichen Rechtsnatur.

Sommario/riassunto

Zur Legitimitäts- und Legitimationskontrolle des EU-Kartellverfahrens werden die Rechtsnatur der Kartellbuße und die Unternehmereigenschaft der Sanktionsadressaten als Legitimationsbasis der Strafverfahrensrechtsreduktion im EU-Kartellverfahren untersucht. Legitimationsmaßstab ist eine gemeinsame Verfassungsüberlieferung der EU-Mitgliedstaaten, die aus dem strukturell-funktionalen Rechtsvergleich der Unternehmens- und Verbandssanktionsverfahren, insbesondere des nemo-tenetur-Grundsatzes, folgt.