1.

Record Nr.

UNINA9910965702203321

Autore

Windfuhr Manfred

Titolo

Zukunftsvisionen : Von christlichen, grünen und sozialistischen Paradiesen und Apokalypsen / Manfred Windfuhr

Pubbl/distr/stampa

Bielefeld, : Aisthesis Verlag, 2021

ISBN

3-8498-1649-4

Edizione

[1st ed.]

Descrizione fisica

1 online resource (884 pages)

Disciplina

833.909372

Soggetti

Apokalypse

Paradies

Utopie

SF-Literatur

Lingua di pubblicazione

Tedesco

Formato

Materiale a stampa

Livello bibliografico

Monografia

Note generali

PublicationDate: 20180101

Nota di bibliografia

Includes bibliographical references and index.

Nota di contenuto

Vorwort           Prologe     Ausgangspositionen – Annäherungen an das Thema           I Arbeitsfeld und Begriffsklärung     Texte und Typen     Doppelte Ebenen     Utopie-Freunde, Utopie-Kritiker     Utopie, Dystopie, Zukunftsvision, Prognose     Reine und angewandte Fantastik     Science Fiction: aufgeklärt oder trivialisiert           II Wunsch- und Warnprognosen für die Nachkriegszeit     West-östliche Bildungsutopie aus dem Jahr 2400.     Hermann Hesse, „Das Glasperlenspiel“ (1943)     Profane Welt – feuilletonistisches Zeitalter     Die kastalische Welt als geistiger und kultureller Gegenentwurf     Die Bildungsutopie     Die „Weltsprache“ des Glasperlenspiels     Selbstreflexion und Selbstkritik der Utopie           Astromentale Neuerfindung der Welt und des Menschen.     Franz Werfel, „Stern der Ungeborenen“ (1946)     Erde, Kosmos und Unterwelt nach dem Stand von 101.943     Revitalisierung (Dschungel) contra Überzivilisation     Religiöse Prognostik     Zeitkritik, Stellung zur technischen Revolution, Erzählstil           Totenstadt und Totengericht.     Hermann Kasack, „Die Stadt hinter dem Strom“ (1947)     Topographie und Stadtbewohner     Die Präfektur und das Totengericht     Das Archiv und die „geistige Reinigung“     Pazifismus und Wiedergeburt           Spielarten des prognostischen Romans in der modernen deutschen Literatur           I Vita venturi saeculi – Christliche Utopie     Biblisch-eschatologische Grundannahmen     Ewige Schönheit



und Gerechtigkeit     Außer- und/oder innerweltliche Utopie?     Hauptmerkmale der literarischen Umsetzungen           Utopia-Variationen: Andres, Bergengruen, Carl Amery     Gerechtigkeit und Schönheit in Stefan Andres’ spiritueller Welt     Säkulare und spirituelle Utopie in Konkurrenz: „Wir sind Utopia“     Der Prophet als Zentralfigur der christlichen Utopie („Der Mann im Fisch“)     Abermals säkulare und spirituelle Utopien     Reflexionen über das Prophetentum     „Dichter-Propheten“     Franziskus-Nachfolge oder die bürgerliche „Verfettung“ der Seele     Technische Utopie, Garten Eden und Olympischer Frieden     Das Ideal der Gerechtigkeit und die Gefährdungen eines hohen kirchlichen     Amtsträgers           Metaprognostisch: Reaktionen auf eine Unheilsvorhersage.     Werner Bergengruen, „Am Himmel wie auf Erden“     Aufstand gegen die Staatsgewalt (Lepröse und Wenden)     NS-Parallelen           Carl Amerys Zukunftsvisionen     Stufen der Pilgerschaft – ein Marienroman     Bayerische Geschichte futuristisch     Ein faustisches Euthanasie-Programm für das Glück der Menschen           Bauplan eines zeitkritisch-prognostischen Romanmassivs.     Stefan Andres’ Trilogie „Die Sintflut“     Pervertierte Utopie: die Normbewegung und ihr Führer Moosthaler     Mehrfachkodierung     Überlebensutopien und Widerstandsstrategien     Der militärische Widerstand: das rote Paradies     Die Archen als Orte des geistigen Widerstands     Arche I: Emil Clemens’ Humanismus als innerweltliche Utopie     Arche II: Lorenz Gutmanns Civitas-Dei-Utopie     Arche III: Vorlandung, die geplante Landkommune            II Grüne Alternativen           1. Prognostische Technik- und Zivilisationskritik           Grundthesen der Ökokritik     Friedrich Georg Jünger: Apokalypse der Technikfolgen     Ernst Jünger: Technischer Titanismus     Die „Große Deponie“, Batteriehaltung und Verzifferung     Lehmanns Kritik an der Entsinnlichung der modernen Welt     Bildverlust als gravierendster Zivilisationsschaden (Peter Handke)           Angewandte Ökokritik, erzählerische Warnprognosen     Christa Wolf misst die DDR-Gegenwart an ihren utopischen     Zielvorstellungen     Denaturierungen durch die Wissenschaft     „Eiserne Reifen“ um die Kunst, Dichtertragödien     Kassandra-Warnungen vor Nuklearkriegen     Menschheit bzw. technische Utopie am Abgrund: Tschernobyl     Inselleben im ländlichen Sommerrefugium           Der Ost-West-Konflikt im grotesken Systemvergleich:     Franz Fühmanns „SAIÄNS-FIKTSCHEN“     Technische und mediale Exzesse in Libroterr     Uniterrs ideologische Widersprüche           Automaten- und Roboterkritik     Kafkas „Strafkolonie“ als Warnprophetie     Technische Ambivalenz: Jüngers „Gläserne Bienen“            2. Prognostisches Gegenprogramm           Konzeptionelle Ansatzpunkte           Rückkehr zur Natur und extremes Körpertraining           Wilhelm Lehmann     „Der grüne Gott“ in der Lyrik     Pleinair-Literatur: Das „Bukolische Tagebuch“     „Der Überläufer“ als Verkörperung von Pazifismus und magischer     Natursymbiose           Friedrich Georg Jünger     Zyklische Wiederkehr und tänzerischer Rhythmus     Prinzipien der „vollkommenen Schöpfung“     Wildnis und kultivierte Natur     Ernst Jünger     Natura maxima miranda in minimis („Subtile Jagden“)     Die Gestalt des Waldgängers, wörtlich und übertragen     Drogen als Öffner in unbekannte Welten           Peter Handke     Slowenische Ideallandschaften (das neunte Land)     Französische Ersatzutopie mit kosmisch-globalen Steigerungen           Wilde und kultivierte Naturprognostik           Vorläufer der Antinomie seit der Antike     Bukolik und Mythologie     Schäferdichtung und Idylle     Grüne Jugendrevolten     Häuptlingsreden: der Traum von der Überlegenheit der Naturvölker           Utopische Vielfalt in Günter Herburgers Thuja-Trilogie     Erster Durchgang durch die Hauptszenarien     Verwilderte Natur, die ökologische Alternative Morgenthau     Kinder- und Totenvisionen           Archaische Natur und



ein auf Zukunftsfähigkeit berechnetes Sühneprogramm.     Christoph Ransmayrs „Morbus Kitahara“     Moralische Verantwortung und Neubesinnung     An den Rändern der Welt           Endzeitszenarien aus Frauenperspektive:     Maria Erlenberger und Marlen Haushofer     Auf der schiefen Ebene der Alternativen     Zwischen Hightech und Asketentum     Extreme Naturszenarien     Weibliche Überlebensstrategie     Zivilisationsschäden und Liebesphilosophie     Wofür steht die Wand? Mit eigenem Deutungsvorschlag           Kultivierte Natur           Ernst Kreuders „Gesellschaft vom Dachboden“.     Zukunftsorientierter Freundschaftsbund und surreale Romanpoetik           Alterssolidarität und ökologische Praxis in Brückners „Die letzte Strophe“     Gründer und Mitglieder der Alterskommune     „Fünfminutenparadiese“           Ein „anderes Deutschland“ in Kleebergs „Garten im Norden“     Weltoffener Park     Für Aufklärung, Sozialreform, Grazie und Ironie           Rekultivierung: Walter Kappachers „anderes Leben“     Vita beata, Religion und spirituelle Romanpläne           Ausblick: Brigitte Kronauers grüne Wendepunkte           Rückblick: Gilgames-Epos, menschliches Urthema            Exkurs           Ernst Jüngers dreistufige Prognostik auf ihrem Zeithintergrund           Marina im „Vorbrand“. Eine Dystopie mit Warnsignalen.     „Auf den Marmorklippen“ (1939)     „Geheim-Ansicht unserer Zeit“: Verschlüsselungen und     Entschlüsselungen     NS-Terror und Kritik     Das Attentat     Grüne Züge           Staats- und Eliteutopie im globalen dritten Jahrtausend. „Heliopolis“ (1949)     Weltstaat, Regentenideal und magische Technik     Kulturbewusste Militär-Aristokratie gegen brutalen Populismus     Parsentragödie und Lucius’ Reife (Opferthematik)     Zeitkritik, Pariser Parallelen     Interne Utopie-Debatte           „Eumeswil“ (1977): Endzeitlicher Fellachenstaat ohne Utopiekonzept     Tyrannis mit zeitkritischen Durchblicken     Die Gegenspieler     Anarchisten und Anarchen     Technischer Titanismus, Natur- und Götterschwund

Sommario/riassunto

Mit „Zukunftsvisionen“ liegt die bisher umfassendste Geschichte der modernen Utopie/Dystopie in der deutschsprachigen Literatur vor. Innerhalb der Spannweite von apokalyptischen und paradiesischen Entwürfen unterscheidet Manfred Windfuhr – methodisch aufgeschlossen durch einen intensiven kulturwissenschaftlichen und soziologischen Kommentar – vier kulturell determinierte literarische Spielformen: christliche, grüne und sozialistische Modelle sowie die dystopische Katastrophenliteratur. Direkter oder indirekter Zeitkritik als Diagnose stehen positive oder negative Visionen als Prognose gegenüber. Die hochpoetischen oder hochrhetorischen Modelle (bis hin zur Science Fiction) gehören mit ihren Intentionen (Warnung, Abschreckung oder positive Motivation) zur engagierten Literatur. Manfred Windfuhr liefert eingehende Analysen von über 80 Romanen und Erzählungen sowie weitere 75 Kurzcharakteristiken. Bei aller Komplexität der Sachverhalte ist dem Autor ein überaus gut lesbares Buch gelungen. Drei berühmte Romane von Hesse, Werfel und Kasack stehen am Anfang, drei Kapitel über Dürrenmatt, Arno Schmidt und Grass bilden den Abschluss. Dazwischen erstreckt sich das Panorama der vier Grundtypen mit faszinierenden Möglichkeitswelten – nicht nur staatlichen, sondern auch kulturellen, mentalen oder Alltags-Szenarien. Entgegen verbreiteter Abwertung finden auch christliche und sozialistische Modelle Berücksichtigung. Als besonders produktive Prognostiker erweisen sich neben den genannten Autoren Christa Wolf, Marlen Haushofer, Irmtraud Morgner, Ernst Jünger, Stefan Andres, Carl Amery, Hans Erich Nossack, Volker Braun, Peter Handke, Günter Herburger und Thomas Glavinic.  Manfred Windfuhr, geb. 1930 in Remscheid-Lennep, Neugermanist, 1967-1969 Professor für Neuere



Germanistik in Bonn, 1969-1992 in Düsseldorf, Herausgeber der Düsseldorfer Heine-Ausgabe in 16 Bänden (Hamburg 1973-1997), Bearbeiter der Bände V und VIII. Weitere Buchveröffentlichungen: Immermanns erzählerisches Werk (1957), Die barocke Bildlichkeit und ihre Kritiker (1966), Die unzulängliche Gesellschaft. Rheinische Sozialkritik von Spee bis Böll (1971), Heinrich Heine. Revolution und Reflexion (2. Auflage 1976), Erfahrung und Erfindung. Interpretationen zum deutschen Roman vom Barock bis zur Moderne (1993), Rätsel Heine (1997), Erinnerung und Avantgarde. Uwe Johnson als Erzähler (2003), Die Düsseldorfer Heine-Ausgabe. Ein Erfahrungsbericht (2005).