1.

Record Nr.

UNINA9910734376803321

Autore

Hartung Franziska

Titolo

HIV und Schuldgefühle : Zur Psychodynamik in der HIV-Testberatung / / Hartung, Franziska, Busch, Ulrike, Stumpe, Harald, Voß, Heinz-Jürgen, Weller, Konrad

Pubbl/distr/stampa

Gießen, : Psychosozial-Verlag, 2020

ISBN

9783837977189

3837977188

Edizione

[1st ed.]

Descrizione fisica

1 online resource (221 pages)

Collana

Angewandte Sexualwissenschaft

Disciplina

614.599392

Soggetti

HIV

Schuld

Stigmatisierung

Sexualität

Sexualmoral

Beratung

HIV-Test

Prävention

STI

Test-Beratung

Sexuell übertragbare Krankheiten

Schuldgefühle

Infizieren

Psychodynamik

Posiitiv

AIDS

sexuelle Gesundheit

Sexualwissenschaft

sexuelle Bildung

Lingua di pubblicazione

Tedesco

Formato

Materiale a stampa

Livello bibliografico

Monografia

Note generali

[1. Aufl. 2020]

Nota di contenuto

1 Einführung Hintergrund Forschungsfragen und Herangehen  



Theoretischer Hintergrund  2 Schuld und Schuldgefühl Schuld, Existenz und Identität Schuld und Verantwortung Schuld, soziale Ordnung und Macht Beichte und Geständnis als institutionalisierte Bekenntnisse Schuldgefühle und Gewissen  3 Schuld als stigmatisierende Zuschreibung im HIV/Aids-Diskurs Schuld als sinnstiftende Erklärung im Aids-Diskurs der Anfangsjahre Schuldzuweisungen in aktuellen HIV-Debatten Schuld als (internalisierte) Stigmatisierung  4 Normative Prozesse der HIV-Prävention Eigenverantwortung als Leitmotiv im aktuellen Gesundheitsdiskurs Verschiebung von Gefahrendiskursen auf Risikodiskurse »Condom Sense« – Die Normierung des Kondoms Die soziale Praxis des HIV-Tests und die Verhandlung von Schuld und Verantwortung  5 Zusammenfassung der theoretischen Befunde  Empirische Forschung und Befunde  6 Forschungsdesign Die Interviews Datenanalyse und Typenbildung mittels Dokumentarischer Methode  7 Fallvignetten Hailey – »Mit deinen ganzen Sexualpartnern« Lars – »Jetzt, wo ichmeinen Lebenswillen wiederhabe« Marvin – »Ich war nie ein Mensch, der gern Kante zeigt« Sandro – »Das ist schon eine extreme Umbruchphase«  8 Typenbildung »Ich bin selbst schuld« – Die »Selbstveranwortlichen« »Das war gar nichtmeine Art« – Die »Depersonalisierten« »Ich bin ein böserMensch« – Die »unmoralischen Täter_innen« »Wer so lebt, hat es verdient« – Die »schuldigen Stigmatisierten« »Mich trifft es bestimmt« – Die »Fatalist_innen« »Ich habe die Kontrolle verloren« –Die »Unschuldigen«  9 Schluss  Literatur  Anhang  Expertengespräche  Transkriptionsregeln  Danksagung

Sommario/riassunto

Zu Beginn der »Aidskrise« in den 1980er Jahren kam eine HIV-Infektion noch einem Todesurteil gleich. Menschen mit HIV und Aids wurden stigmatisiert und die Ansteckung mit Schuld und Strafe für »abweichende« Lebensstile und Sexualverhalten assoziiert. Obwohl sich die Therapiemöglichkeiten und der gesellschaftliche Umgang mit HIV in der heutigen Zeit deutlich verbessert haben, lässt sich in der HIV-Testberatung nach wie vor beobachten, dass neben der Ansteckungsangst vor allem Schuldgefühle das Erleben von Menschen bestimmen, die befürchten, sich mit HIV infiziert zu haben. Die Beratung bekommt so für Klient*innen oft die Funktion einer »Beichte« mit der Hoffnung auf Absolution.  Franziska Hartung knüpft an diese Beobachtungen an, analysiert und konzeptionalisiert die zugrunde liegenden Schuld-Dynamiken. Sie zeigt, dass Schuld und Schuldgefühle nach wie vor relevante Themen im HIV-Diskurs sind und das subjektive Erleben von Klient*innen in der HIV-Testberatung bestimmen sowie für Prävention und Beratung eine wichtige Rolle spielen. Ein besseres Verständnis der Schuldgefühle kann dazu beitragen, wirksam gegen Stigmatisierungen vorzugehen und sexuelle Gesundheit ganzheitlich zu betrachten.