Der Glaube an den "neuen deutschen Lebensraum" erfuhr unter den Nationalsozialisten eine besondere AuspraÌgung. Die Mittel waren vielfaÌltig, die Bandbreite der Kolonisation im Umfeld von Machtausbau, Krieg und Besatzung erstreckte sich von den ideologischen PraÌmissen bis hin zu oÌkonomischen Belangen. StaÌdtebau, Architektur und Raumplanung hatten hierbei eine SchluÌsselfunktion uÌbernommen. Die vorliegende Schrift exemplifiziert dies anhand ausgewaÌhlter Zentralorte in den vom nationalsozialistischen Deutschland okkupierten oder annektierten Territorien in Mittel- und Osteuropa. Im Sinne einer Grundlagenforschung verfolgt sie einen diskursanalytischen Zugang zu den Raumtheorien. StaÌdtebau und Architektur werden vor den Koordinaten der mehrschichtigen architekturgeschichtlichen ZusammenhaÌnge, ihrer Nachhaltigkeit und ihren KontinuitaÌten sowie den damit verbundenen Theorie- und Ideologiebildungen untersucht. NaÌher betrachtet werden aber auch die personalen Netzwerke, da sie uÌber zentrale Momente Aufschluss geben: Entwurf und Bau lagen oft nicht allein in den HaÌnden "reichsdeutscher" Planer, beteiligt waren immer wieder auch einheimische FachkraÌfte. Dies erlaubt es der wissenschaftlichen Beurteilung, jenseits der Dichotomie des Vorwurfs niedertraÌchtiger Kollaboration und eines exkulpatorischen VerstaÌndnisses eine |