1.

Record Nr.

UNINA9910367587003321

Autore

Nökel Sigrid <p>Sigrid Nökel, 1956-2011, Deutschland </p>

Titolo

Die Töchter der Gastarbeiter und der Islam : Zur Soziologie alltagsweltlicher Anerkennungspolitiken. Eine Fallstudie / Sigrid Nökel

Pubbl/distr/stampa

Bielefeld, : transcript Verlag, 2015

2015, c2002

ISBN

9783839400449

3839400449

Edizione

[1st ed.]

Descrizione fisica

1 online resource (340)

Collana

Globaler lokaler Islam

Classificazione

BE 8608

Soggetti

Islamische Frauen

Migration

Islam

Anerkennung

Gender

Islamic Studies

Sociology

Islamwissenschaft

Soziologie

Lingua di pubblicazione

Tedesco

Formato

Materiale a stampa

Livello bibliografico

Monografia

Nota di contenuto

Frontmatter    1 Inhalt    5 Vorwort    9 Einleitung    11 I. Islamische Organisationsformen und weiblicher Neo-Islam    31 II. Islamische Lebensführung zwischen Ethik und Ästhetik    67 III. Kontextualisierung des islamisierten Selbst    101 IV. Die Arbeitswelt - Ein Feld der Bewährung und der Selbstfindung    145 V. Die leiblichen Mütter der Gläubigen - Mütter und Töchter im Zeichen moderner kultureller Konstrukton    189 VI. Die Islamisierung der Geschlechterbeziehung    213 VII. Islamisierung im Kampf um Identität - Eine theoretische Einbettung    263 Anhang    287 Anmerkungen    295 Literatur    317 Backmatter    337

Sommario/riassunto

Seit Jahren ist in Deutschland eine zunehmende Islamisierung zu verzeichnen, die als ein Mittel der Aushandlung von Identitäten



verstanden werden kann. Ausgehend von biographischen Erzählungen junger Frauen der zweiten Immigrantengeneration, deren Eltern aus verschiedenen islamischen Ländern stammen, zeichnet die Studie von Sigrid Nökel diesen Prozess mit seinen Dynamiken und Mechanismen auf. Auf dieser Basis analysiert sie, wie im Austausch mit einer dominierenden nicht-islamischen Kultur und in der Distanz zu einer traditionellen islamischen Kultur individuelle Prozesse der Konstituierung eines universalistisch orientierten islamischen Selbstes verlaufen.

»Die Studie von Nökel analysiert, wie im Austausch mit einer dominierenden nicht-islamischen und in Distanz zu einer traditionellen islamischen Kultur individuelle Prozesse der Konstituierung eines universalistisch orientierten islamischen Selbstes verlaufen.«

»'Selbstislamisierung' ist klassische Identitätspolitik, sie dient der doppelten Selbstbehauptung als souveränes Subjekt. Das ist bei Nökel so gründlich, begriffsscharf und theoretisch durchdacht geschildert, dass es nur ein Wort dafür gibt: meisterlich. Es ist auch die beste Antwort auf die Verkennung, die aus pauschalen Urteilen spricht, wie dem neulich zu lesenden, der Islam sei eine unaufgeklärt gebliebene, frühmittelalterliche Religion, die periodisch aggressiv ausbreche.«

»Nökels junge Musliminnen leben ihren Glauben selbstbewusst und offen mitten in der Aufnahmegesellschaft, nicht konspirativ in einer abgeschotteten Parallelgesellschaft. An ganz konkreten alltagspraktischen Erfahrungen macht Nökel aber deutlich, dass der Anpassungs- und Integrationsprozess von beiden Seiten gewollt und geleistet werden muss, wenn er gelingen will.«

Besprochen in:Neue Zürcher Zeitung, 26.06.2002, Ludwig AmmannSchlangebrut, 5 (2002), Ruth Klein-HesslingDAVO, 18 (2003), Oliver ErnstGegenwind, 3 (2005), Reinhard Pöhl

»Welche Motive haben junge Frauen, diese 'Ikonen des Fortschritts' in der multikulturellen Gesellschaft, das Kopftuch als äußeres Kennzeichen ihrer Identität zu tragen, das sie gleichzeitig als das kulturell Andere stigmatisiert. Die dem Buch zugrundeliegende These lautet, dass der Islam für die Frauen als Medium der Vergesellschaftung dient, weil sich erst durch die Anerkennung von Differenz radikale Gleichheit herstellen lässt. Die Anerkennungspolitiken, und hier ist der Islam eine wichtige Ressource, geschehen aber stets im alltagsweltlichen Kontext. Um diese Alltagswelt zu erfassen, hat die Autorin biographische Erzählungen gesammelt und systematisch ausgewertet. Herausgekommen ist ein faszinierender Einblick in die Lebenswelt junger Muslima in Deutschland.Eingebettet ist das äußerst spannende empirische Material in soziologische Diskurse um Identität, Weiblichkeit und Migration. So ergibt sich eine neue, immer wieder auch überraschende Sicht auf 'die Töchter der Gastarbeiter' als selbstbewusste autonome Subjekte in einer modernen Gesellschaft.«

»Der zentrale Beitrag von Nökel ist eine ungeheuer einfühlsame – von Bordieu und Foucault angeleitete – Beschreibung der Komplexität des Kampfes um das Recht auf Differenz – wobei sie die Besonderheiten herausarbeitet, die entstehen, wenn bei diesem Anliegen auf den Islam als organisiertes Symbolsystem zurückgegriffen wird.«