Gegenstand der Arbeit ist eine bronzezeitliche Grube von Frick-Seckeberg, die ein umfangreiches keramisches Fundinventar geliefert hat. Der hohe Anteil feinkeramischer GefaÌÃe, die starke Fragmentierung und HitzeuÌberpraÌgung der Funde sowie die Anordnung der dicht gepackten Scherben in der Grube fuÌhrten schon waÌhrend der Grabung zu der EinschaÌtzung, dass es sich um einen auÃergewoÌhnlichen Befund mit einem sehr speziellen Fundspektrum handelt. Es stellte sich daher die Frage, ob Funde und Befund im Kontext von rituellen Praktiken zu sehen sind und es sich um ein PhaÌnomen handelt, das in der Bronzezeitforschung mit dem Begriff «Kultgrube» umrissen wird. Mit ihrer Analyse liefert Miriam Hauser eine plausible Deutung dieses eigenartigen Befundes als UÌberreste eines Festmahls. Nach dem Mahl wurde das Geschirr zertruÌmmert, die Scherben wurden in ein heftig loderndes Feuer geworfen, um anschlieÃend wieder ausgelesen und in einer eigens dafuÌr ausgehobenen Grube deponiert und mit Erde uÌberdeckt zu werden. Diesen Handlungsablauf konnte Miriam Hauser anhand unscheinbarer Spuren am Fundmaterial rekonstruieren. Die herangezogenen Vergleiche stuÌtzen diese Interpretation und machen auf ein PhaÌnomen aufmerksam, das in der Schweizer Bronzezeitforschung bisher noch wenig Beachtung fand. Mit ihrer Arbeit eroÌffnet Miriam Hauser jedoch nicht nur einen Einblick in die bislang kaum bekannten bronzezeitlichen Festpraktiken, sondern leistet zudem einen wichtigen |