1.

Record Nr.

UNINA9910265136603321

Autore

Kunz Thomas <p>Thomas Kunz, Fachhochschule Darmstadt und Goethe-Universität Frankfurt a.M., Deutschland </p>

Titolo

Der Sicherheitsdiskurs : Die Innere Sicherheitspolitik und ihre Kritik / Thomas Kunz

Pubbl/distr/stampa

Bielefeld, : transcript Verlag, 2015

2015, c2005

ISBN

9783839402931

383940293X

Edizione

[1st ed.]

Descrizione fisica

1 online resource (422 p.)

Collana

Sozialtheorie

Classificazione

MG 15950

Disciplina

342.430418

Soggetti

Innere Sicherheit

Politics

Neue Soziale Bewegungen

Civil Society

Kriminalität

Policy

Social Movements

Diskursanalyse

Politik

Sociology of Crime

Political Science

Zivilgesellschaft

Soziale Bewegungen

Kriminalsoziologie

Politikwissenschaft

Lingua di pubblicazione

Tedesco

Formato

Materiale a stampa

Livello bibliografico

Monografia

Note generali

Description based upon print version of record.

Nota di bibliografia

Includes bibliographical references.

Nota di contenuto

Frontmatter    1 Inhalt    5 Innere Sicherheit - bekanntes Thema, neue Perspektiven    9 Innere Sicherheit als Gegenstand bisheriger Forschungen    27 Methodologisches und Methodisches    47 Erste Ermittlungen - Innere Sicherheit in einschlägigenFachlexika und Handwörterbüchern    83 Spurensicherung - Innere Sicherheit als



zentrale Kategorie in Ministerialverwaltung und parlamentarischemSprachgebrauch    139 Lokaltermin - Innere Sicherheit in Begrüßungs- undEröffnungsreden von BKA-Jahrestagungen    177 Widerstand gegen die Staatsgewalt -Vom Kampf gegen Fluten und Vampire    241 Der Sicherheitsdiskurs - Kapitel 4 bis 7 revisited    357 Literatur    371 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis    399 Anhang    401

Sommario/riassunto

Seit fast 40 Jahren wird der Sicherheitsdiskurs durch die gegenläufige Bezugnahme von Innerer Sicherheitspolitik und linker Kritik geprägt. Letztere galt im Sicherheitsdiskurs über lange Jahre hinweg selbst als Feindbild. Erstmals rückt diese kritische Position nun in den Mittelpunkt der Forschung. Aus diskursanalytischer Perspektive untersucht der Autor konservative und kritische Positionen zu Innerer Sicherheit - und kommt zu überraschenden Befunden: Trotz ihrer vordergründigen politischen Gegenläufigkeit sind auffällige Gemeinsamkeiten und geteilte Grundannahmen feststellbar.Zudem werden im Sicherheitsdiskurs gegenwärtig sog. Fremde bzw. »kriminelle Ausländer« als Hauptfeindbilder mobilisiert, d.h. Konstruktionen, die wesentlich rassistisch fundiert sind. Angesichts jener bereits angesprochenen Gemeinsamkeiten lautet deshalb eine weitere zentrale Frage, ob bzw. inwieweit die heutige Kritik an Innerer Sicherheitspolitik diesen Feindbildwandel berücksichtigt.Das Buch leistet mit der beschriebenen Fokussierung einen längst überfälligen Beitrag zum Verständnis und zur Neubewertung des Verhältnisses zwischen Innerer Sicherheitspolitik und ihrer - fast schon traditionell zu nennenden - Kritik.

»Der Autor argumentiert, dass auch jene Stimmen, die sich kritisch zur Politik der Inneren Sicherheit der jeweiligen Bundesregierung verhielten, sich letztendlich affirmativ zu diesem konservativen Sicherheitsdiskurs verhielten. Insgesamt liegt nun also eine erste Studie zu diesem Themenbereich vor, deren zentrale These von der gegenseitigen Verwiesenheit von ›konservativem‹ und ›kritischem‹ Diskurs Beachtung verdient.«

»Die Zeiten ändern sich, die Topoi der Diskurse kaum – dieser Eindruck entsteht beim Lesen der materialreichen Studie von einem Sicherheitsdiskurs, in dem sich zwar die Feindbilder verschieben, aktuelle Konjunkturen jedoch als Kontinuitätslinien sich bis in die 1970er Jahre zurück verfolgen lassen.Indem [der Autor] seine Arbeit als Weiterentwicklung der Kritik der Inneren Sicherheit versteht, fordert er die verbliebenen kritischen Akteure auf anzuerkennen, dass Zuwanderungsdiskurs und Sicherheitsdiskurs sich längst miteinander verwoben haben.«

»Die Stärke der Untersuchung liegt darin, dass sie nicht nur zeigen kann, wie gerade die Diffusität des Sicherheitsdiskurses auf seinen verschiedenen Ebenen diesem dazu verhalf, so ubiquitär zu werden.«

»Diese akribische und äußerst materialreiche diskursanalytische Untersuchung zum Thema 'Innere Sicherheit' [...] zeigt auf der Grundlage von Fachlexika und verschiedener Spezialdiskurse (Soziologie, Politologie, Kriminalsoziologie, Kriminologie, Kriminalistik und Rechtswissenschaft) auf, wie unterschiedlich das Konzept 'Innere Sicherheit' verstanden wird und welche (politischen) Diskurspositionen sich affirmativ, aber auch kritisch damit verbinden.«

»Der Begriff der ›inneren Sicherheit‹ hat sich seit den frühen 70er-Jahren zunächst im politischen, sodann im administrativen und zuletzt auch im wissenschaftlichen Bereich etabliert. Dennoch ist der Terminus inhaltlich nicht präzise gefasst und findet in verschiedenen Verwendungszusammenhängen und politischen Lagern eine je eigene Verwendung. Vor diesem Hintergrund geht es Kunz darum, den ›Sicherheitsdiskurs‹ zu analysieren und den inhaltlichen Hintergrund



verschiedener Positionen aufzudecken. Das Buch bietet damit eine ausführliche Übersicht über die Entwicklung der sprachlich-begrifflichen Repräsentation einer Politik der inneren Sicherheit sowie der Kritik an dieser Politik.«

»Die Verschiebung des zentralen Objekts im Sicherheitsdiskurs auf eine rassistische Kategorie, der des Ausländers, ist die wesentliche Änderung. Inwiefern die rotgrüne Koalition sich dieser Verschiebung widersetzte oder - die Vermutung liegt weit näher - sie zumindest tolerierte, wenn nicht sogar förderte, wäre die sinnvolle Fortsetzung dieses Buches. Denn der Verdienst des Buches liegt im dezidierten Nachweis und der Bestätigung der pessimistischen Verdachtsmomente. Wer auf diesem Gebiet nie Erfreuliches erwartet hat und erhofft, kann belegen warum.«

»Thomas Kunz verfolgt die wechselvolle Karriere des Begriffs seit den sechziger Jahren und verweist auf Kontinuitäten und Brüche.Dem kritischen Diskurs, der sich gelegentlich über seine Nähe zum affirmativen Diskurs nicht völlig im Klaren ist, empfiehlt Kunz Selbstreflexion, um Erstarrung zu vermeiden. Der kritische Sicherheitsdiskurs müsse sich bewusst werden, dass von rechtsbeschränkenden Sicherheitsvorkehrungen heute Ausländer und Flüchtlinge am stärksten betroffen sind und nicht die Bürger.«

»Die Absicht des Buches, zur Selbstreflexion der Kritik Innerer Sicherheitspolitik anzuregen, ist lobenswert und wichtig. Kunz hat viele Einsichten versammelt, die dringend diskutiert werden müssen; etwa die ständigen Warnungen vor dem Ende des Rechtsstaates, der trotz der ungehörten Warnungen immer noch nicht zu Ende ist, oder die bekannte Faschisierungsthese.«

»[E]ine Fundgrube bemerkenswerter Gedanken, Zusammenstellungen, Vergleiche, Quellen und Blickwinkel: Der Autor stellt die tragenden Diskurse der inneren Sicherheit brilliant zusammen.Wer in diesem Thema mitdiskutiert, sollte dieses Buch lesen.«

Besprochen in:Frankfurter Rundschau, 09.11.2005, Rudolf WaltherBürgerrechte & Polizei, Cilip, 83/1 (2006)ZAG, 49 (2006)DISS-Journal, 15 (2007), Siegfried Jäger